Tharun Touren

WERTvolle Zeit: Wandernd Energie und innere Ruhe auf Tour bringen! Spannende Touren für Ungeübte und Unerschrockene im eigenen Tempo.

Anstieg zum Rheinhöhenweg.

18. März 2012
von Heike Tharun
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Frühlingserwachen

Tourbericht “Auf Augenhöhe mit der Zauberin” am 17. März 2012

Mal ein ganz anderer Samstag: Früh im Wanderjahr brechen wir mittags in St. Goar auf in Richtung Oberwesel. Gut 200 Höhenmeter geht es hoch auf „Augenhöhe mit der Zauberin“. 10 Männer und Frauen , jeder meistert den Anstieg in seinem Tempo. Bei lauen 19 Grad ziehen hier die Letzten ihre Jacken aus. Die Lungen gut durchgeatmet, genießen wir dann das Gehen auf sanften Wiesenweg einfach gerade aus. Sogleich zieht der erste Aussichtspunkt magisch an und lädt zu kurzem Verweilen ein. Den Fluss stets linker Hand unter uns, streifen wir weiter. In kleinen Gruppen, alleine oder vertieft im Zweiergespräch, die Vorhut gebrieft an Gabelungen zu warten. Mal einen ausgesetzten Pfad abwärts in ein kleines Seitental, dann wieder auf wurzeligem Waldweg hinan. Immer eine Ahnung vom Strom tief unter uns.

Noch früh im Jahr, spüren wir den Frühling doch ganz deutlich im Gesicht. Besonders auf der Hochebene weht ein nachdrücklicher, aber schon warmer Wind vom Hunsrück runter zum Rheintal. Unterhalb von Urbar gelegen erreicht die Gruppe Mariaruh. Direkt gegenüber des Loreleyfelsens lassen wir uns auf Bänken nieder. Zwei Jagdvögel schrauben sich vor unseren Augen mit der aufsteigenden warmen Luft in die Höhe, bis sie unserem Blick entschwinden.

Zeit für eine Geschichte. Statt Heines romantischer Verführungsmär, Brentanos poetisches Drama „Zu Bacharach am Rheine“. „Lore Lay“, die schöne Verzauberin, bricht reihenweise die Herzen der Männer, kann aber den wahren Liebsten nicht finden. Selbst der Bischof, den sie um Erlösung bittet, verguckt sich in sie. Statt vor Gericht schickt er sie ins Kloster. Auf dem Weg dorthin entwindet sie sich den begleitenden Rittern und stürzt sich in ihrem Schmerz vom Fels in die Fluten, vor den Augen der vorbeifahrenden Schiffer.

Unten manövriert ein Hotelschiff durch die enge Passage. 100 Meter breit ist hier die Fahrrinne. Rechts und links steiler Fels. Stromschnellen. Nur ein Schiff nach dem anderen kann passieren. Die Klippen sind noch heute ein Herausforderung.

Wir starten zur Schlussetappe. Der „Troll beim Frühlingserwachen“ begrüßt uns am Eingang zum Oberweseler Skulpturenpark. Jetzt noch vorbei am Günderodehaus, dann liegt die Stadt im wahrsten Sinne der Worte vor unseren Füßen. Geprägt von Kirchen, Wehrtürmen und Schönburg. Der Rhein weitet sich. Die Frachter fahren wieder zweispurig. Obwohl mehrere Sandbänke ausgedehnte Flächen des grau-blauen Wassers bestimmen. Hinab durch Weinberge, Neubaugebiet, vorbei an Stadtmauer und über historischen Felsenpfad laufen wir in den Ort ein. Unser Ziel ist erreicht.

In der „Küche“ der historischen Weinwirtschaft kehren wir ein, bevor wir von Kopf bis Fuß müde, mit neuen Eindrücken im Kopf und Frühlingserwachen im Herzen nach Hause ziehen.

Skulptur "Troll beim Frühlingserwachen"

storch

7. März 2012
von Heike Tharun
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Mittwochs auf Abwegen

Wäre nur die ganze Woche Mittwoch :-) Seit Anfang des Monats bin ich mittwochs selbstständig unterwegs. Ich arbeite im Homeoffice oder bin draußen in der Natur. Heute war der erste “Mittwoch auf Abwegen”. Morgens habe ich Drucksachen für die Mittelrheintal-Tour am 17.3. fertiggestellt, die bringe ich morgen zum Kopieren. Später war ich bei einer Firma für Autobeschriftung. Ich will auf der Heckklappe für die Tharun Touren werben. Mehr verrate ich noch nicht. Nachmittags bin ich mit meinem Mann und Hund Coco (von der Tochter) in die Treburer Unteraue gefahren. Eine Rheininsel. Die Sonne hielt sich nicht an die Verabredung. Bei 8 Grad pfiff der Wind kälter um die Ohren als gedacht. Doch der Frühling kommt. Spürt man ganz still in die Landschaft rein, in die Wasseradern und Auen dann ahnt man “das blaue Band”, das er bald wieder flattern lässt der Frühling. Die Störche sind da. Klitzekleine grüne Knospen an den Sträuchern. Das Licht legt diesen hellen, leichten Hauch in Äste, Zweige und Schilf, wie es nur jetzt im März möglich ist.

Treburer Unteraue

Treburer Unteraue

Treburer Unteraue 2

Treburer Unteraue 2

25. Februar 2012
von Heike Tharun
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Buchtipp: “Nerv nicht!” von Gitte Härter

Reden wie ein Wasserfall kann ich hin und wieder auch, obwohl ich eher ein “leiser” Mensch bin. In der Gruppe, zusammen mit Gleichgesinnten, die Stimmung ist super, ein Wort gibt das andere, die Geistesblitze zucken hin und her.

So eine lustige Wandertruppe macht richtig Spaß und kann sehr inspirierend sein. Doch für andere kann das nervig werden. Das kenne ich umgekehrt von mir auch: Manchmal wird es mir aus den unterschiedlichsten Gründen einfach zu viel. Ich brauche eine Auszeit; auch mitten auf der Tour.

Zum Beispiel nach einer anregenden Unterhaltung habe ich das Bedürfnis noch ein bisschen für mich über das gerade besprochene Thema nachzudenken. Zum Beispiel um später bei meinem Gesprächspartner noch mal einzuhaken, einen Gedanken gemeinsam weiterzuspinnen. Oder wenn es zum Ende hingeht und ich einfach für viele Worte zu müde bin.

Problem in einer Gruppe kann dann sein: Wie mache ich den anderen klar, dass ich grad etwas Ruhe brauche. Mal eine halbe Stunde alleine gehen will? Ohne dass ich die anderen vor den Kopf schlage oder ohne dass ich mich kommentarlos zurückfallen lasse? Das wirkt schon etwas komisch, finde ich. Und es wird oft auch missverstanden im Sinne von „absondern“ oder „eigenbrötlerisch sein“.

Nähe und Distanz kann auf einer Gruppenwanderung ein Thema werden. Oft höre ich: „Ach ich laufe lieber alleine mit meinem Mann.“ oder „Beim Wandern brauche ich meine Ruhe“. Ja, stimmt. Gerade habe ich in einem Kommunikationsbuch über introvertierte Menschen gelesen (dazu mehr in einem der nächsten Buchtipps), dass Wandern zu den Lieblingssportarten der „leisen“ Menschen gehört. Stimmt. Aber muss man deshalb auf das Wandern in der Gruppe verzichten? Also ich bin der Meinung, das muss nicht sein. Aber generell weiß ich aus eigener Erfahrung, dass in Wandergruppen (natürlich nicht nur dort) Gesprächssituationen entstehen können, die, wie gesagt, aus den unterschiedlichsten Gründen ein Bedürfnis nach Distanz bei einem Menschen auslösen. Ruhebedürfnis ist eine Möglichkeit, die andere ist, dass das Gegenüber manchmal einfach nervt.

Dazu fand ich vor einiger Zeit das charmante Buch von Gitte Härter: „Nerv nicht! Über den Umgang mit Nervensägen, Rechthabern, Langweilern & Co.“.
Gittes Buch überzeugt mich durch ihre freundliche, aber bestimmte Art: Sympathisch finden ich zum Beispiel die Strategie sich selbst zu fragen, wo bei einem der „Hase im Pfeffer liegt“, bevor man sich über andere aufregt. Denn Zutexter, Nerver und schlaue Ratgeber sind oft nicht nur die anderen. Auch man selbst ist manchmal nicht gefeit, anderen mit seinen „tollen“ Ideen zu langweilen. Und so rät die Autorin ihren Lesern auch mal die Perspektive zu wechseln. Sie fragt einerseits: „Was nervt sie überhaupt – und warum eigentlich?“ und andererseits „Hand aufs Herz: wo nerven Sie denn selbst?“

Das Buch beschreibt 6 Nerv-Situationen: Nervige Gespräche; Sie werden zugetextet; Sie möchten nicht darüber reden; Kein Drama, aber ganz schön nervig; Mehr als nervig: Gespräche, die gar nicht guttun; Wenn der Blutdruck steigt.

In jedem Kapitel wird das Hauptthema differenziert und auf spezielle Typen herunter gebrochen: Der andere redet ohne Punkt und Komma. Der andere redet nur von sich usw. Um eine gezielte Lösung zu finden, ist es wichtig, genau zu wissen, was einem an einer Situation überhaupt genau auf die Palme bringt. Die Autorin gibt deshalb praktische Tipps, damit man sich selbst auf die Spur kommt.

Hier der Inhalt auf einen Blick: Sich des eigenen Gesprächsverhaltens bewusst werden, die unterschiedlichen Nervtypen erkennen, Grenzen setzen, die andere auch wahren, Übungen, Tipps und Checklisten, Notfallplan für akuten Geprächs-Bluthochdruck.

Also, wie komme ich in der Gruppe zu meiner nötigen Auszeit ohne unhöflich zu sein? Oder umgekehrt, wie können sich meine Wanderfreunde vor mir in Sicherheit bringen, wenn ich gerade meine Schwatzphase habe und gar nicht mehr aufhören kann  Wie kriegt man Einzelgänger auf Zeit wieder ins Team? Wie setzt man Nervensägen und Rechthaber charmant außer Gefecht?

Grundregel: Klartext reden! „Sie können jederzeit Ihrem Gesprächspartner ganz klar sagen, dass Sie über diese Sache (oder überhaupt im Moment) nicht sprechen wollen oder können. Machen Sie eine knappe, freundliche Ansage – reden Sie nicht um den heißen Brei herum und diskutieren Sie, wie gesagt, nicht über die Gründe.“ Und wenn das nicht hilft? Dann müssen Sie unbedingt das ganze Buch von Gitte Härter von A bis Z selbst lesen! Übrigens: Das Buch ist auch als Audio CD im Gabal-Verlag erschienen.

Zur Autorin: Gitte Härter arbeitet seit über zehn Jahren als Coach und Trainerin. Ich durfte sie “persönlich” u.a. in einem ihrer Online-Workshops zum Thema “Bloggen” erleben. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und hat das Herz auf dem rechten Fleck. Männer und Frauen können bei ihr jede Menge lernen! Zum Beispiel auf www.schreibnudel.de oder www.unternehmenskick.de.  So wahr ich Heike heiße :-)  

 

Trockenmauer

22. Februar 2012
von Heike Tharun
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OMG … eine Trockenmauer!

Sehe ich eine Trockenmauer, gerate ich in Verzückung. So lange ich denken kann, ist das so. Lustig, nicht wahr? Hier die Geschichte dazu… 

Anfang der 60er Jahre kauften meine Eltern Grund und Boden für unser Haus. Ein alter Wingert unterhalb des Lembergs an der Nahe. Hanglage, 2000 Quadratmeter Fläche, reiner Schieferboden. Kultivieren war angesagt. 

Das abschüssige Grundstück bebaubar, bepflanzbar, begehbar machen. Terrassen, Beete schaffen, den rutschenden Schiefernhang sichern. Eine Mauer dort, ein Mäuerchen hier hochziehen aus Schiefer und Sandstein von Abrissen im Dorf. Schichten, einpassen, unterfüttern, zurechthauen, rücken, stabilisieren, Nachschub ankarren, mit Lot und Wasserwaage prüfen, mit Erde auffüllen, feststampfen, Platz für neue Fundamente aus dem Hang heben.

Meine Erinnerungen an die Wochenenden im Lüßerttal sind geprägt von diesem Bild: Der Vater bei der Arbeit an einer Mauer. Wer mich kennt, wundert sich nicht, dass die Tochter selbst irgendwann mit Hammer, Bickel und Schaufel in den Hang stieg.

In einem abgelegenen Teil des Grundstücks hatte ich Reste eines übriggebliebenen Weinbergmäuerchens entdeckt. An einem Ende ausgefranst, abgerutscht. Die Mauer drohte sich von der einen Ecke her aufzulösen. Brombeeren kappen. Marode Stelle freilegen. Boden für das neue Fundament säubern. Mit Schiefer um mich herum baute ich den Abschluss wieder auf.

Diese kleine Anekdote ist mir bis heute im Kopf geblieben. Keine Ahnung warum. Vielleicht hatte ich intuitiv begriffen, welches Meisterwerk ich da vor mir hatte: eine sich aus eigener Kraft tragende Mauer, die zudem ausreichend Stärke entwickelt, um unser Dasein und Tun zu sichern; sich erfolgreich gegen die rutschenden Steinplatten stemmend. Gebaut mit Sinn für Zusammenhänge und dem, was der Boden vor Ort hergibt. Trockenmauern sind für mich ein Symbol für Sinn.

Vor ein paar Tagen fand ich diese treffenden Sätze: „Sie sind so etwas wie Kunstwerke im Kleinen: Trockenmauern. Seit Jahrhunderten prägen sie die Kulturlandschaft im Mittelrheintal. Geschickte Baumeister haben den steilen Flanken von Taunus und Hunsrück mithilfe der der kunstvoll aufgesetzen Mauern kleine Terrassen abgerungen, auf denen die Bewohner des Tales Wein- und Obstbau betrieben. Besonders gut sind die Zeugen der Siedlungsgeschichte während des Winters zusehen, wenn sie sich nicht hinter dem Laub der Bäume verstecken.“ (Pepper Nr. 27, Seite 14)

Ein eindrucksvolle Beispiele für die Kraft und Stärke von Naturmauern sehen wir auf der Wanderung „Auf Augenhöhe mit der Zauberin“. Wir gehen auf dem Rheinhöhenweg von St. Goar nach Oberwesel; wo übrigens mein Vater als Jugendlicher mit seiner Familie gelebt hat. Von dort oben haben wir wunderbare Ausblicke auf den Rhein und die mit Trockenmauern terrassierten, gegenüberliegenden Hänge.

Ach ja: Aus dem heruntergekommenen Stück Land im Lüßerttal ist über die Jahre ein Paradies geworden. Jedoch: Nach fast 50 Jahren beginnt die wilde Natur hier und da wieder ihre Fühler auszustrecken. Neulich wollte ich nach meinem Mäuerchen schauen; ich habe es leider nicht gefunden. Vielleicht haben es die Brombeeren letztlich doch überwuchert. Aber weil ich es nicht sehe kann, muss ja nicht bedeuten, dass es nicht mehr da ist.

19. Februar 2012
von Heike Tharun
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Die Künstlerin in mir…

Von Haus aus bin ich mit viel Phantasie  und Neigung zu spontanen Assoziationen und Geistesblitzen ausgestattet. Wandern ist für mich als Zusammenhänge-Erkennerin und Entdeckerin eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Momente, Eindrücke in der Natur lösen in meinem Kopf wahre Synapsenexplosionen aus. Nach dem Frost frisch aufgetaute, alabasterfarbene Kohlblätter auf dem Feld verwandeln sich unter meinem Blick zu einem hellrosa/gelbgrünen Barockpastell. Das Flirren des Lichts in der Pappel am Seeufer versetzt mich mitten hinein in ein impressionistisches Gemälde des 19. Jahrhunderts. Zwei abgestorbene, dicht zueinander geneigte Baumstämme tanzen in inniger Umarmung Tango im Taunus. Wandern weckt die Künstlerin in mir. Meine Impressionen transfomiere ich in Kunstwerke: Blog-Texte, Fotografien, Konzepte für Wanderungen.  

Was macht die Natur mit Ihnen?