Suche
  • Sport-Mentalcoaching + Wandertraining
  • mentalcoaching@heimatwandern.de / +49 0174 971 53 37
Suche Menü

Abstiege werden Freunde

Bergab gehen

Wo meine Ober­schenkel­musku­latur sein sollte, war ein Loch. Natür­lich nicht wirk­lich. Gefühlt. Nichts. Wir rau­soperiert. In bei­den Beinen. Nach einem über 2stündigen Abstieg über 100er von Metern hat­te die Musku­latur, die man benötigt, um einen Berg hin­un­terzuge­hen oder um sich zu set­zen, den Dienst quit­tiert.

Abstieg im Vor­wärts­gang war nicht möglich. Selb­st gewöhn­lich­es Set­zen — Knie anwinkeln, Kör­p­er mit den Ober­schenkeln hal­ten, Po auf die Sitzfläche able­gen — war ein Und­ing. Sitzen ging nur noch mit aus dem Stand auf die Bank plumpsen lassen.

Das war vor rund 6 Jahren beim Berg­wan­dern im Monta­fon. Eine Zeit, in der ich noch nicht regelmäßig jede Woche auf und ab in den Mit­tel­ge­bir­gen mein­er Heimat unter­wegs war. Ich erin­nere mich außer­dem an einen Abstieg im gle­ichen Urlaub, bei dem ich zusät­zlich zum Muskelkater von der ersten Aktion mit höl­lis­chen Kni­eschmerzen humpel­nd im Tal ankam.

Keine Fre­undin vom Run­terge­hen. Abstiege im Hochge­birge -also: mehrstündig, auf rutschigem, unebe­nen, wurzeli­gen, aber auch asphaltiertem Unter­grund, mit einem Stei­gungswinkel Rich­tung Trep­pen­niveau — entwick­el­ten sich zu etwas, das ich nach Möglichkeit mied. Denn auch in den Fol­ge­jahren machte ich ähn­liche Erfahrun­gen. Ok, so krass, wie im Monta­fon, war es nie wieder. Aber lange Zeit hieß Berg­wan­dern für mich: Lieber 1000 Meter hochkrax­eln als nur einen nach unten.

Dass ich in meinem Leben jemals eine Vor­liebe fürs Hochge­hen entwick­eln würde, hätte ich als 10jährige nicht für möglich gehal­ten! ;-) Früher war Rauf doof. Den Zick-Zack-Weg auf dem Lem­berg habe ich als Kind gehas­st. ;-)

Seit diesem Som­mer ist alles anders. Wegen der Hitze sind wir im Wan­derurlaub in den Alpen öfter mit der Gondel auf den Gipfel gefahren und runter gelaufen als ander­sherum.  Da sind in den zwei Wochen mehrere 1000 Meter Abstieg zusam­mengekom­men. Schon am 2. Tag spürte ich, das etwas anders ist als son­st. Ich kam unten im Tal an: ohne Schmerzen. Wed­er in den Ober­schenkeln noch in den Knien. Außer­dem war ich jedes Mal noch so fit, dass ich ohne Weit­eres den ein oder anderen Kilo­me­ter bis zum Park­platz oder zur Bushal­testelle laufen kon­nte.

Gibt’s das? Ich bin nicht nur schmerzfrei, son­dern Bergab-Gehen macht mir auf ein­mal richtig Spaß! Ich bin verblüfft. Das hätte ich nicht erwartet. Ehrlich!

Meine Erk­lärung: sechs Jahre Train­ing (im Mit­tel­ge­birge seit vier Jahren fast wöchentlich und im Hochge­birge ein bis zwei Mal im Jahr) und Übun­gen zur Stärkung der Kniemusku­latur (unregelmäßig) scheinen doch nicht ohne Wirkung geblieben zu sein. Kraft und Aus­dauer mein­er Bein­musku­latur haben ÜBER DIE ZEIT offen­bar zugenom­men; obwohl ich nicht extra geübt habe. Neu seit diesem Jahr: Gehtech­nik und Gehtak­tik für mehr Trittsicher­heit und Kör­per­gle­ichgewicht! Die mut­maßlichen Erfol­gs­fak­toren: Tun, Dran­bleiben, richtige Tech­nik und richtige Tak­tik.

Eins ste­ht jeden­falls fest: Prob­leme mit Musku­latur und Knie beim Bergab-Gehen in den Bergen sind offen­bar kein gottgegebenes Schick­sal!

Ein The­ma mit dem ich mich in näch­ster Zeit inten­siv­er beschäfti­gen werde! Das inter­essiert mich jet­zt echt.

PS: Einen Ein­fluss kön­nten auch meine neuen Wan­der­schuhe haben. Ich habe von Wan­der­schuhen mit dick­er Sohle auf so genan­nte Bar­fusss­chuhe gewech­selt. Ich bin keine Orthopädin oder Phys­io­ther­a­peutin. Fach­lich kann ich nicht beurteilen, ob die Dicke der Schuh­sohle bzw. das Abrollen der Füße beim Run­ter­laufen sich auf Gelenke und Musku­latur auswirken. Dass die neuen Schuhe (Sohle erlaubt natür­lich­es Abrollen des Fußes) einen pos­i­tiv­en Effekt beim Run­terge­hen haben, ist ein per­sön­lich­er Ein­druck von mir, oder sagen wir bess­er: Ver­mu­tung. Auch dieser Frage werde ich auf den Grund gehen.

Bergab gehen

Abstiege sind jet­zt meine Fre­unde!

Autor:

Als zertifizierte Sport-Mentalcoach wandere ich alleine und mit meinen Kunden. Spezialisiert habe ich mich auf Bergwanderer und Outdoorsportler mit hohem Sicherheitsbedürfnis, u. a. auf steilen, rutschigen + unebenen Ab- und Aufstiegen, an ausgesetzten Stellen, beim alleine Wandern, Navigieren und Orientieren sowie Langstreckenwandern und Basetrail Running. Abonniere meinen Newsletter, verschenke einen Gutschein oder unser Buch Rheinhessische Spazier-Gänge.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ja, die Pause wäre zwin­gend nötig, das ist mir schon sehr bewusst, aber Spike ist ja auch noch da. In der Woh­nung laufe ich immer mit nack­ten Füßen, draußen mit ganz leicht­en Schuhen, qua­si Bar­fußschuhe

    Ich habe ein zu hohes Gewicht für meine armen Füße, schätze ich :-)
    Wir lassen es jet­zt ruhiger ange­hen, bess­er ist das auf jeden Fall :-)

    Einen schö­nen Abend liebe Heike
    Es güßt dich Elke

    Antworten

    • Ich wün­sche Dir ganz fest, dass Deine Fersen bald gesund sind und Du mit Spike wieder aus­gedehnte Wan­derun­gen unternehmen kannst!!! Her­zlich­er Gruß Heike

      Antworten

  2. Tja Heike
    wo bei mir der Schmerz, trotz regelmäßigem unter­wegs sein plöt­zlich wieder wächst, ver­schwindet er bei dir. Wobei ich momen­tan das Gefühl habe mehr Sohle zu benöti­gen. Meine Fuß­sohle tut so höl­lisch weh, dass ich nach dem Wan­dern kaum auftreten kann.

    Welchen Schuh hast du zum bar­fußwan­dern” ange­habt?

    Liebe Grüße vom unteren Rhein
    Elke :-)

    Antworten

    • Liebe Elke, oh ha! Fersen­sporn??? So ging es mir ja let­ztes Jahr. Meine Schuhe sind von Mer­rell. Der Vorteil dieser Bar­fußschuhe ist, dass die Fuß­sohle richtig abrollen kann. Eine Übung gegen die schmerzende Ferse war ja, die Fuß­sohle zu dehnen. Das passiert mit den Bar­fußschuhen qua­si neben her. Meine neuen Lowas ste­hen ungenutzt rum. Die Sohle ist ein­fach zu dick bzw. zu starr; auch wenn der Verkäufer das Gegen­teil meinte.

      Ich war ja mal Fan von Wan­der­schuhen mit dick­en Sohlen. Inzwis­chen bin ich schlauer. Fürs nor­male Wan­dern im Hoch- und Mit­tel­ge­birge reichen Bar­fußwan­der­schuhe bzw. Schuhe, in denen der Fuß richtig abrollen kann. Dicke Sohlen braucht man erst im Fels und Geröll zum Steigen!

      Du hast zwar nicht gefragt, ich gebe Dir trotz­dem den Tipp: erst­mal ausheilen lassen! Bei mir haben geholfen: Gelein­la­gen für die Fersen (auch in nor­malen Schuhen), wenig und kurze Streck­en wan­dern. Über den Win­ter ist die Ferse aus­ge­heilt. Ich bin heute sehr weit gelaufen; das wäre let­ztes Jahr undenkbar gewe­sen.

      Ich wün­sche Dir gute Besserung, Elke!

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.