Tharun Touren

WERTvolle Zeit: Wandernd Energie und innere Ruhe auf Tour bringen! Spannende Touren für Ungeübte und Unerschrockene im eigenen Tempo.

Trockenmauer

22. Februar 2012
von Heike Tharun
Keine Kommentare

Von Trockenmauern und Hanglagen

Trockenmauern gehören zu den Erinnerungsbildern meiner Kindheit. Anfang der 60er Jahre kauften meine Eltern Grund und Boden für unser Haus. Ein alter Wingert unterhalb des Lembergs an der Nahe. Hanglage, 2000 Quadratmeter Fläche, reiner Schieferboden. Kultivieren war angesagt. 

Das abschüssige Grundstück bebaubar, bepflanzbar, begehbar machen. Terrassen, Beete schaffen, den rutschenden Schiefernhang sichern. Eine Mauer dort, ein Mäuerchen hier hochziehen aus Schiefer und Sandstein von Abrissen im Dorf. Schichten, einpassen, unterfüttern, zurechthauen, rücken, stabilisieren, Nachschub ankarren, mit Lot und Wasserwaage prüfen, mit Erde auffüllen, feststampfen, Platz für neue Fundamente aus dem Hang heben.

Meine Erinnerungen an die Wochenenden im Lüßerttal sind geprägt von diesem Bild: Der Vater bei der Arbeit an einer Mauer. Wer mich kennt wundert sich nicht, dass die Tochter selbst irgendwann mit Hammer, Bickel und Schaufel in den Hang stieg.

In einem abgelegenen Teil des Grundstücks hatte ich Reste eines übriggebliebenen Weinbergmäuerchens entdeckt. An einem Ende ausgefranst, abgerutscht. Die Mauer drohte sich von der einen Ecke her aufzulösen. Brombeeren kappen. Marode Stelle freilegen. Boden für das neue Fundament säubern. Mit Schiefer um mich herum baute ich den Abschluss wieder auf.

Diese kleine Anekdote ist mir bis heute im Kopf geblieben. Keine Ahnung warum. Vielleicht hatte ich intuitiv begriffen, welches Meisterwerk ich da vor mir hatte: eine sich aus eigener Kraft tragende Mauer, die zudem ausreichend Stärke entwickelt, um unser Dasein und Tun zu sichern; sich erfolgreich gegen die rutschenden Steinplatten stemmend. Gebaut mit Sinn für Zusammenhänge und dem, was der Boden vor Ort hergibt.

Vor ein paar Tagen fand ich diese treffenden Sätze: „Sie sind so etwas wie Kunstwerke im Kleinen: Trockenmauern. Seit Jahrhunderten prägen sie die Kulturlandschaft im Mittelrheintal. Geschickte Baumeister haben den steilen Flanken von Taunus und Hunsrück mithilfe der der kunstvoll aufgesetzen Mauern kleine Terrassen abgerungen, auf denen die Bewohner des Tales Wein- und Obstbau betrieben. Besonders gut sind die Zeugen der Siedlungsgeschichte während des Winters zusehen, wenn sie sich nicht hinter dem Laub der Bäume verstecken.“ (Pepper Nr. 27, Seite 14)

Ein eindrucksvolle Beispiele für die Kraft und Stärke von Naturmauern sehen wir auf der Wanderung „Auf Augenhöhe mit der Zauberin“. Wir gehen auf dem Rheinhöhenweg von St. Goar nach Oberwesel; wo übrigens mein Vater als Jugendlicher mit seiner Familie gelebt hat. Von dort oben haben wir wunderbare Ausblicke auf den Rhein und die mit Trockenmauern terrassierten, gegenüberliegenden Hänge.

Ach ja: Aus dem heruntergekommenen Stück Land im Lüßerttal ist über die Jahre ein Paradies geworden. Jedoch: Nach fast 50 Jahren beginnt die wilde Natur hier und da wieder ihre Fühler auszustrecken. Neulich wollte ich nach meinem Mäuerchen schauen; ich habe es leider nicht gefunden. Vielleicht haben es die Brombeeren letztlich doch überwuchert. Aber weil ich es nicht sehe kann, muss ja nicht bedeuten, dass es nicht mehr da ist.

19. Februar 2012
von Heike Tharun
Keine Kommentare

Die Künstlerin in mir…

Von Haus aus bin ich mit viel Phantasie  und Neigung zu spontanen Assoziationen und Geistesblitzen ausgestattet. Wandern ist für mich als Zusammenhänge-Erkennerin und Entdeckerin eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Momente, Eindrücke in der Natur lösen in meinem Kopf wahre Synapsenexplosionen aus. Nach dem Frost frisch aufgetaute, alabasterfarbene Kohlblätter auf dem Feld verwandeln sich unter meinem Blick zu einem hellrosa/gelbgrünen Barockpastell. Das Flirren des Lichts in der Pappel am Seeufer versetzt mich mitten hinein in ein impressionistisches Gemälde des 19. Jahrhunderts. Zwei abgestorbene, dicht zueinander geneigte Baumstämme tanzen in inniger Umarmung Tango im Taunus. Wandern weckt die Künstlerin in mir. Meine Impressionen transfomiere ich in Kunstwerke: Blog-Texte, Fotografien, Konzepte für Wanderungen.  

Was macht die Natur mit Ihnen?

10. Februar 2012
von Heike Tharun
Keine Kommentare

Unser genetisches Erbe

“Es gibt eine Bewegungsform, die seit Urzeiten wie keine andere tief im menschlichen Leben verankert ist: Wandern.” (aus: Die Macht der Bewegung von Freerk Baumann)

Gemüsemuffins.

31. Januar 2012
von Anja Tharun
1 Kommentar

Gastbeitrag: „Verspern unterwegs“

Eine Wanderung will gut geplant sein. Welche Route soll es sein, lieber gemütlich oder anstrengend, wie lange möchte ich unterwegs sein, wo geht es los, wie sieht die Wettervorhersage aus, was muss ich anziehen, brauche ich etwas zum Wechseln, eine Regenjacke, Mütze, Handschuhe, habe ich die Karte eingesteckt…… ach und nehme ich etwas zu essen und zu trinken mit und wenn ja was oder kehre ich irgendwo ein?

In unseren Breitengraden haben wir ja den Vorteil, dass es meist viele Einkehrmöglichkeiten gibt, ausgewiesene Wandertouren führen uns oft in eine Ortschaft oder an einem Ausflugslokal vorbei.

Aber wie wäre es denn mal mit einer Vesper in freier Natur. Die Ruhe genießen statt mit etlichen anderen Gästen im Restaurant oder auf der Terrasse zu sitzen. Sich den Platz aussuchen, und Rast machen wo es gerade schön ist. Mit einem tollen Ausblick aufs Rheintal oder auf eine bunte Blumenwiese, wo es summt und surrt.  Mit guter und frischer Luft frei vom Geruch nach Pommes oder Gulaschsuppe. Ich kann es mir gerade so richtig vorstellen…..“tief einatmen und genießen“…. und wenn dann noch die Sonne scheint, was gibt es Schöneres?

Gute Idee? Na dann los. …. Mmh, aber was nehme ich denn mit?

Na, auf jeden Fall genügend zu trinken für unterwegs, das ist so oder so wichtig. Je nach Anstrengung und Temperatur schwitzen wir ordentlich Flüssigkeit heraus und die muss wieder aufgefüllt werden, Wasser ist hier die Empfehlung oder ein leckerer kühler Kräutertee. Für unsere Vesper passt dann eine kleine Flasche Fruchtsaftschorle – natürlich selbst gemixt, nicht zu süß -, ist gut für den Mineralstoffhaushalt.

Für das Vesper-Essen sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Aber natürlich muss es etwas sein, was sich gut ohne Tisch essen lässt und z.B. im Sommer bei großer Hitze nicht so leicht verdirbt oder davonschmilzt und es soll leicht verdaulich sein, wir wollen ja schließlich noch ans Ziel kommen.

Vielleicht auch noch gesund? Schwierig? Finde ich nicht, wie wäre es z.B. mit leckeren Möhren-Muffins die machen satt und enthalten wenig Fett. Oder mit einem Schinken-Käse-Baguette aufgepeppt mit Salatgurke und Radieschen. Zum Knabbern zwischendurch eignen sich Äpfel/Birnen /Banane oder geschnittene Paprika und Salatgurke oder z.B. selbstgebackene Müsliriegel.

Schön ist es natürlich, wenn man zu mehreren unterwegs ist. Jeder hat etwas Leckeres in seinem Rucksack, vielleicht noch eine Decke und aus dem einfachen Vespern wird ein wunderschönes und gemütliches Picknick…. Herrlich! Frisch gestärkt kann es dann weiter Richtung Ziel gehen.

Rezepte rund ums Vespern finden sich auf www.tharun-vital.de, schaut doch mal vorbei.

Herzlichst Anja Tharun

23. Januar 2012
von Heike Tharun
Keine Kommentare

Über Stock und Stein

Beim Wandern führt kein Wege am Wanderer selbst vorbei

Mit tiefem Atmen erreichen wir die Höhe. Der Horizont hat sich eindrucksvoll nach hinten verschoben. Mit leichtem Schritt auf Wiesenweg durch ein Eichenwäldchen. Der Regen der letzten Tage lässt an diesem grauen Tag die Farben explodieren. Hellgrüne Moose, türkise Baumflechten, ockerfarbene Steine, Hagebutten und erste buschige zartviolette Strauchblüten geben Farbenenergie ab. Hin und wieder bricht die Sonne durch. Breitet für Sekunden ihr Licht über die erdenen, von Wintergrün überzogenen Felder. Die üppige Weite des rheinhessischen Hochlandes lässt Innehalten und Staunen. Gleichgewicht  und sicheren Stand suchend durch Matschstellen. Heulend treibt der Wind Wasserspritzer ins Gesicht. Sich selbst spüren, den Atem, das Herz, die Haut, die Beine. Der Duft feuchter Erde steigt in die Nase. Pferde auf der Koppel nehmen einem wahr, kommen zum Zaun. Regen prasselt auf die Kapuze. Drehe meinen Körper in den Windschatten. Querfeldein durch Wingert. Schlamm an den Schuhen hinterlassen wir auf dem frisch gewaschenen schwarzen Asphalt der Straße unsere Fußspuren; den Gau-Algesheimer Kopf verlassen wir über ausgesetzten, felsigen, schmalen Pfad hinunter zurück ins Dorf. 

Wandern heißt, sich mit dem ganzen Körper auf die Natur einlassen. Mit Körper und Kopf eine Herausforderung meistern. Unmittelbar das eigene Tun spüren. Sich ausprobieren. Natur und Mensch und sich selbst in ein ehrliches Verhältnis bringen. 

Was bedeutet Wandern für Sie? Ich freue mich auf Ihre Gedanken und Vorstellungen.

Die Tour “Winterwanderung mit Pulswärmer”  gehen wir am 11.2.  Buchen Sie formlos per E-Mail.