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Wanderung organisieren: 3 Tipps für stressfreies An- und Abreisen bei Streckenwanderungen!

Regionalbahn auf der Strecke der alten Donnersbergbahn

Abge­se­hen von den Glück­spilzen, die alle Wan­derun­gen ab Haustür unternehmen, fahren die meis­ten von uns Wan­der­ern erst ein­mal ein Stück in die Natur raus, bevor sie starten dür­fen. Mit Auto, Bus oder Bahn.

Das gilt für Rund­wan­derun­gen als auch für Streck­en­wan­derun­gen.

In bei­den Fällen stellt sich für diese Zeitgenossen unter uns die Frage der An- und Abreise. Bei Streck­en­wan­derun­gen ist die Organ­i­sa­tion eine beson­dere Her­aus­forderung, weil Aus­gangspunkt und Ziel nicht iden­tisch sind. Dies trans­fer­tech­nisch in den Griff zu bekom­men, kann den Puls ordentlich in die Höhe treiben, bevor von entspan­ntem Wan­dern über­haupt die Rede sein kann.

Mein­er Erfahrung nach organ­isierst Du An- und Abfahrt bei Streck­en­wan­derun­gen am aller stress­freiesten gle­ich von zu Hause aus mit öffentlichen Verkehrsmit­teln. Die Alter­na­tiv­en —  2‑Autolösung (eins am Start und eins am Ziel parken) oder mit dem Auto zum Aus­gangspunkt und mit dem ÖPNV zum Auto zurück oder umgekehrt – sind entwed­er unnötig aufwändig, kom­pliziert  oder meis­tens schlicht nicht mach­bar (vor allem am Woch­enende, wenn der ÖPNV eh aus­gedün­nt ist).

Der Trans­fer vom traut­en Heim zur Wan­der­route und retour kom­plett mit ÖPNV funk­tion­iert am besten, wenn Du den Ver­lauf  Dein­er Wan­derun­gen von Anfang an an die Gegegeben­heit­en anpasst. Im Klar­text: ent­lang oder zwis­chen Bahn­streck­en planst. Ich habe bish­er mit zwei Pro­jek­ten sehr gute Erfahrun­gen gemacht: Bei mein­er Jahres­tour durch die Nordp­falz und der aktuellen Etap­pen­wan­derung von der Haustür zum höch­sten Berg der Pfalz.

Damit hast Du schon mal grob Ori­en­tierung drin in Deinem Plan.

Klas­sis­che Fall­stricke beim ÖPNV sind das Ein­hal­ten von Abfahrt­szeit­en und der Kauf der Fahrkarten. Bei­des kann zu einem Aben­teuer ausarten, das kein Men­sch wirk­lich braucht.

Diese tat­säch­lichen Hür­den lassen sich jedoch mit ein paar weni­gen Vor­sichts­maß­nah­men im Vorhinein gut in den Griff kriegen.

3 Tipps für entspan­nen­des Fein­tun­ing der An- und Abreise mit dem ÖPNV bei Streck­en­wan­derun­gen:  

  1. Ein Knack­punkt beim ÖPNV ist, dass Du Dich nach ihm richt­en musst und nicht umgekehrt. Mit dem Auto ist man freier und flex­i­bler. Das gebe ich gerne zu. Wir reden über Streck­en­wan­derun­gen und hier spricht unterm Strich einiges für Bus und Bahn [wie oben erläutert].Bedeutet, Du hast zu ein­er bes­timmten Abfahrt­szeit an Ort und Stelle [Bahn­steig] zu sein. Damit dies möglichst stress­frei gelingt, suchst Du Dir die Abfahrt­szeit­en für die Hin­fahrt mit Bus und Bahn am Abend vorher schon online raus und notierst sie griff­bere­it. Diejeni­gen, die ihren Bahn­hof fußläu­fig erre­ichen, dür­fen die let­zten Sätze dieses Absatzes überspringen.Für alle anderen habe ich diesen Extratipp:  In der Woche, wenn die Busse enger getak­tet von Deinem Stadt­teil zum Bahn­hof fahren, wählst Du zwei Abfahrt­szeit­en für die Hin­fahrt: eine bei der Du just in time am Bahn­hof ankommst und eine wo noch Luft ist. Wenn Du dann mor­gens fit bist und gut in der Zeit liegst, hast Du die Option den früheren Bus zu nehmen und  so noch mehr Ruhe in die Anreise zum Wan­der­weg zu brin­gen, weil Du am Bahn­hof nicht zum Bahn­steig het­zen brauchst.
  2. Als abso­lut hil­fre­ich empfinde ich, am Abend vorher auch die Rück­fahrzeit­en ab Ziel­bahn­hof zu recher­chieren. Bevor Du loslegst, kalkuliere Deine Ankun­ft­szeit am Ziel [Streck­en­länge auf der Karte ermit­teln, als Wan­der­er benötigst Du 4 km pro Stunde im Schnitt]. Dann suchst Du die passende Abfahrt­szeit als auch zwei frühere Verbindun­gen und zwei spätere Verbindun­gen. Sinn der Sache ist, das Du bei aller Berech­nung der Ankun­ft­szeit, nie ganz genau weißt, ob es hin­haut: Vielle­icht brauchst Du unter­wegs mehr Zeit zum Fotografieren, willst ein län­geres Päuschen auf der Son­nen­bank mit Aus­sicht machen, einkehren oder Deine Tages­form lässt zu wün­schen übrig und Du brauchst ein­fach länger als gewohnt. Wenn Du Dir eine Auswahl an Abfahrt­szeit­en schon im voraus notierst, hat das den großen Vorteil, dass Du unter­wegs bess­er pla­nen kannst: Du bist beruhigt, weil Du alter­na­tive Abfahrt­szeit­en kennst und Du kannst entspan­nter die let­zten zwei Kilo­me­ter ange­hen: Lohnt sich der Spurt zum Bahn­hof oder kann ich mir noch Zeit lassen, weil der näch­ste Zug eh erst in ein­er Stunde geht?
    Für die Cracks unter meinen Leserin­nen und Lesern: Echte Onlin­er informieren sich über die näch­sten Abfahrt­szeit­en des Zuges natür­lich via Bah­napp auf dem Smart­phone. Ich per­sön­lich bin dies­bezüglich old school und schreib mir einen Zettel (und stecke ihn auch ein!]. Leere Akkus brin­gen mich nicht aus dem Konzept. ;-)
  3. Nichts ist ärg­er­lich­er, als wenn Du knapp vor kurz am Bahn­hof ankommst und den Zug fahren lassen musst, weil Du noch mit dem Auto­mat­en um die Fahrkarten kämpf­st. Am aller ärg­er­lich­sten finde ich dies am Ziel. Bish­er habe ich es immer irgend­wie geschafft [z.B. mit Ruck­sack halb über der Schul­ter, offen­em Porte­mon­naie in der Hand, Sprint über die Brücke zum richti­gen Gleis, Tür auf, Heike rein, Tür zu] Inzwis­chen habe ich mir Strate­gien über­legt, mit denen ich beim Tick­etkauf am Automat Zeit sparen und Dampf raus­nehmen kann.

    Strate­gie 1: Tick­ets mit EC-Karte bezahlen und diese griff­bere­it in der Jack­en­tasche vorhal­ten [Geld­börsen neigen dazu, an den Boden des Ruck­sacks zu sinken. Wenn es fix gehen muss, macht Ruck­sack auf dem Bahn­steig aus­pack­en unnötig Stress] Aber Obacht: Ich bin schon an Auto­mat­en ger­at­en, die EC-Karte nicht akzep­tieren. In diesem uner­warteten Fall hast Du alles richtig gemacht, wenn Du zusät­zlich Bargeld an Board hast [im Ide­al­fall auch in ein­er kleinen Börse in der Jack­en­tasche deponiert].

    Strate­gie 2: Und zwar passendes: Die Auto­mat­en an Bahn­sta­tio­nen nehmen nicht in jedem Fall Geld­scheine. 20 oder 50 Euro-Scheine wer­den nur ab bes­timmten Tick­et­preisen akzep­tiert. Also: Alle Vari­anten parat haben. Gut gewapp­net bist Du natür­lich, wenn Du auch die Tick­et­preise vorher recher­chierst und vorher weißt, was Du an Scheinen und Klein­geld ein­steckst.

    Strate­gie 3: Eine niet- und nagelfeste Lösung ist, die Tick­ets für An- und Abreise am Abend vorher online zu kaufen. Dann hast Du die ganze Sache mit der Tick­etkaufer­ei vom Hals. Wehrmut­stropfen: Online-Tick­ets wer­den nur bei Fahrten ab ein­er bes­timmten Länge ange­boten. Im Region­alverkehr ist das lei­der oft keine Option.

Im Ide­al­fall begin­nt Deine Streck­en­wan­derung vor Dein­er Haustür. Mir per­sön­lich sind das die lieb­sten. Dann brauchst Du Dich näm­lich nur um die Rück­fahrt zu küm­mern. Anson­sten kennst Du nun einige Tricks, mit denen Du Dir als Streck­en­wan­derin und Streck­en­wan­der­er die An- und Abreise zum Wan­der­weg mit ÖPNV stress­frei gestal­ten kannst.

Viel Ruhe und Freude beim Wan­dern auf all‘ Deinen Streck­en wün­sche ich Dir!

Heike Tharun

Autor:

Mein Name ist Heike Tharun. Ich bin Sport-Mentalcoach und passionierte Bergwanderin. Ängste, Unsicherheit und Zweifel in den Bergen kenne ich aus eigener Erfahrung. Bullshit! Vor acht Jahren habe ich entdeckt, was Kopf und Körper brauchen, damit Du aus dieser Nummer rauskommst, bin selbst auf diesem Weg erfolgreich rausgekommen und seit 2015 zertifizierte Sport-Mentalcoach. Auf Heimatwandern zeige ich Dir, wie auch Du als Wanderer oder Outdoorsportler mit hohem Sicherheitsbedürfnis u. a. auf steilen, rutschigen + unebenen Ab- und Aufstiegen, an ausgesetzten Stellen, beim Alleinewandern, Navigieren und Orientieren sowie Langstreckenwandern Dein Potenzial abrufst und selbstsicher mit Zuversicht und Freude in Deinem Lieblingsgebirge unterwegs bist! Abonniere meinen Newsletter, verschenke einen Gutschein oder bestelle fürs kulinarische Gipfelglück unser Buch aus dem Land der 1000 Hügel.

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